Das Konzert von L7 im Kölner Underground

Das Konzert von L7 im Kölner Underground

Die große Zeit der Frauenbands war einmal. Umso schöner ist es, dass die legendäre Frauenrockband L7 um die beiden Gitarristinnen Donita Sparks und Suzi Gardner nach fünfzehn Jahren Pause wieder zusammengefunden hat und zur Zeit auf Tour ist. Das kalifornische Quartett hatte Mitte der Achtziger in Sachen Songwriting Maßstäbe für die feministisch geprägte Underground-Bewegung gesetzt. Sie mischten die Punk- und Grungewelt auf,  machten ordentlich Lärm und gaben ihrer Generation Halt in haltlosen Zeiten.  L7 machten der männerdominierten Grungeszene klar, dass auch Frauen ordentlich  rocken können. Sie landeten Hits wie „Shitlist“, der Song hatte es einst auf den Soundtrack zum Film „Natural Born Killers“ geschafft, oder „Pretend We’re Dead“, lösten sich aber 1999 nach immerhin sieben Alben auf.

Am heutigen Mittwochabend gastierten die Krawallschwestern Suzi Gardner, Donita Sparks, Demetra Plakas und Jennifer Finch im gut besuchten Underground in Köln und das Publikum feierte die vier als wären sie nie weggewesen. Zwar sind sie ohne ein neues Album zurückgekehrt, aber es wurde sehr schnell klar, was für ein dynamischer Haufen diese vier Frauen immer noch sind. Von der ersten Minute an wurde gehüpft und getobt, der ganze Laden war in Bewegung, während Donita Sparks‘ Haare im “Ventilatorwind” wehten.

Mit ihrer Mischung aus ausgelassener Punkmusik und frechem Grunge, wo Balladen keinen Platz haben, huldigten L7 auf ihre hemmungslose und authentische Art dem Rock’n’Roll und zauberten für ihre zum Teil auch recht jungen Fans einen lebendigen Konzertabend.

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