Ein Wiedersehen mit New Model Army | Ruhrbarone

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Ein Wiedersehen mit New Model Army

In Umland, Kultur | Am 21. Dezember 2015 | Von Sabine Michalak |

Vor 35 Jahren gründete der britische Sänger und Gitarrist Justin Sullivan zusammen mit Stuart Morrow New Model Army (NMA). Kraftvolle Independent-Musik mit politischen Texten zu spielen, das war ihre Ambition. Zwei Jahre später stieß Robert Heaton dazu. Die ersten Platten waren sehr vom Post Punk beeinflusst und dabei gleichzeitig auch von Folk und viel Melancholie geprägt. Kennzeichnend für die Songs der Band ist dabei vor allem die kraft- und gleichzeitig gefühlvolle Stimme des Sängers Justin Sullivan, in ihren Liedern geht es immer wieder um Gerechtigkeit, die Frage nach dem Sinn des Lebens, die Natur und gesellschaftliche Missstände.

In den 80-er und 90-er Jahren war ich schwer begeistert von NMA. Meine ersten beiden CD’s, die ich mir in meinem Leben gekauft habe, waren Thunder and Consolation (1989) und Impurity (1990). Mein erstes wirklich bewegendes Konzert war im November 1998 – New Model Army in der Zeche Bochum. Das ist genau 17 Jahre her. Leider verloren wir uns mit der Zeit aus den Augen, ihre weiteren Veröffentlichungen und auch die vielen tragischen Schicksalsschläge, die die Band erleiden mußte, bekam ich nur am Rande mit.

Vor zwei Jahren, auch wieder nach einer etwas längeren Schaffenspause, meldeten NMA sich mit Between Dog and Wolf zurück, 2014 folgte dann direkt das Nachfolgealbum Between Wine and Blood. Ihr alljährliches Weihnachtskonzert im Kölner Palladium ist mittlerweile schon Tradition und auch bis zu mir durchgedrungen.

Somit machte ich mich am Samstagabend dorthin auf den Weg, um meine alten Helden endlich wiederzutreffen.

Und da bin ich nicht die einzige, das Palladium ist gut besucht, meine Generation ist ganz deutlich am stärksten vertreten.

Zu recht später Stunde ist es dann endlich soweit. Kurz vor zehn betreten Sänger und Gitarrist Justin Sullivan, Gitarrist Marshall Gill, Bassist Ceri Monger, Keyboarder Dean White und Schlagzeuger Michael Dean die Bühne und es ist fast wieder ein wenig wie früher. Die Stimmung ist leicht mystisch, und zu meiner Freude stelle ich fest, dass Sullivans Stimme nichts von ihrer Qualität verloren, die Texte und sein Gesang nichts von ihrer Eindringlichkeit eingebüßt haben. Seine kurzen Statements zwischen einzelnen Songs unterstreichen seinen Pathos und die Fans hängen an seinen Lippen.

Auch ihr Stil ist noch so wie ich in mag, auch wenn die Folk-Elemente etwas in Abseits gerutscht sind. Wir sind eben alle etwas älter geworden und haben uns weiterentwickelt. Auch die super alten Klassiker werden nicht gespielt, somit bleibt der ganz große Nostalgie-Effekt etwas aus. Aber ich wollte mir ja ein neues Bild machen und das habe ich mit nach Hause genommen. Keine Ahnung, warum ich NMA so lange aus den Augen verlieren konnte. 

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via Ein Wiedersehen mit New Model Army | Ruhrbarone.